Wie Polarlichter entstehen

Von der Sonne bis an Ihren Himmel in vier Schritten: Sonnenwind, Magnetfeld, herabregnende Teilchen und leuchtender Sauerstoff.

Geprüft: 29. Oktober 2026

1. Die Sonne bläst

Die Sonne stößt ständig einen dünnen Strom geladener Teilchen aus, den Sonnenwind, mit 400–800 km/s. Schnelle Ströme aus koronalen Löchern und riesige Wolken aus koronalen Massenauswürfen (KMA) sorgen für starke Polarlichter; ein KMA braucht ein bis vier Tage bis zu uns.

2. Das Erdmagnetfeld fängt ihn ein

Der Sonnenwind trägt ein Magnetfeld mit sich. Zeigt es nach Süden (negatives Bz), verbindet es sich mit dem Erdfeld und pumpt Energie in die Magnetosphäre. Auf der Nachtseite staut sich Energie und entlädt sich in Schüben, sogenannten Substürmen: die plötzlichen Aufhellungen und tanzenden Vorhänge.

3. Teilchen regnen nahe den Polen herab

Entlang der Feldlinien beschleunigte Elektronen treffen die Hochatmosphäre in einem Ring um jeden Magnetpol, dem Polarlichtoval. Je stärker die Störung (höherer Kp), desto weiter dehnt sich das Oval Richtung Äquator.

4. Die Luft leuchtet

  • Grün (am häufigsten): Sauerstoff in etwa 100–250 km Höhe.
  • Rot: Sauerstoff oberhalb von 250 km, bei großen Stürmen fern vom Oval oft die einzige Farbe.
  • Violette und rosa Säume: Stickstoff am unteren Rand heller Vorhänge.

Warum Frühling und Herbst besser sind

Um die Tagundnachtgleichen steht das Erdmagnetfeld günstig zum Sonnenwind, daher gibt es im März und im September/Oktober mehr Stürme (Russell-McPherron-Effekt). Zusammen mit dunklen Nächten ergibt das die besten Polarlicht-Monate. Live verfolgen: Polarlichter-Vorhersage.