Dunkeladaption: Lassen Sie die Augen arbeiten
Warum Ihre Augen 20 Minuten Dunkelheit brauchen, wie rotes Licht hilft und welchen Trick Astronomen für schwache Objekte nutzen.
Wer aus einem hellen Raum hinausgeht, sieht eine Handvoll Sterne. Zwanzig Minuten später sind es Hunderte. Am Himmel hat sich nichts geändert, wohl aber an Ihren Augen.
Was passiert
Die Pupillen öffnen sich in Sekunden, den großen Gewinn bringen aber die Stäbchen der Netzhaut, die ein lichtempfindliches Pigment, das Rhodopsin, neu aufbauen. Das dauert 20–30 Minuten, und ein Blick auf ein weißes Handydisplay oder in Autoscheinwerfer macht viel davon zunichte.
So schützen Sie sie
- Handy auf minimale Helligkeit stellen oder den roten Modus dieser Seite nutzen: Die Stäbchen sind für tiefes Rot fast blind.
- Schirmen Sie sich mit einer Wand, einem Auto oder einer Kapuze gegen Straßenlaternen ab.
- Nutzen Sie die ersten 20 Minuten für einfache Ziele (Mond, Planeten) und heben Sie schwaches Polarlicht und Milchstraße für später auf.
Der Trick mit dem indirekten Sehen
Die Netzhautmitte ist voller farbempfindlicher Zapfen und hat kaum Stäbchen. Um etwas Schwaches zu sehen, blicken Sie knapp daneben. Ein lichtschwacher Sternhaufen, ein zarter Polarlichtbogen oder eine Meteorspur zeigen sich oft nur aus dem Augenwinkel.
Warum Polarlichter zuerst grau wirken
Bei schwachem Polarlicht sehen die Stäbchen das Licht, aber nicht die Farbe: Es wirkt wie eine fahle graue Wolke. Kameras halten das Grün fest, das Ihre Augen verpassen. Bei starken Polarlichtern springen die Zapfen an, und die Farben werden deutlich.